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Die Fatwas


"Das Goldene Buch" beinhaltet die wegweisenden Fatwas, die von hochrangigen Islam-Gelehrten erstellt wurden. Erfahren Sie mehr über die elementaren Aussagen der Fatwas, die für die zukünftigen Generationen der Muslime von größter Bedeutung sind.

Über das "Goldene Buch"
 

"Das Goldene Buch" dient TARGET als Grundlage einer großen Aufklärungskampagne. Es transportiert die Botschaft, dass Weibliche Genitalverstümmelung eine Sünde und unvereinbar mit dem Islam ist. Bewusst hochwertig gestaltet, ist es ein Schmuckstück, welches neben anderen Schriften des Islams bestehen kann. TARGET möchte „Das Goldene Buch“ in allen 35 Ländern, in denen die Weibliche Genitalverstümmelung noch üblich ist, exklusiv und gratis an die Vorbeter der Moscheen verteilen. Entstanden ist das Buch auf Basis der „Internationalen Konferenz Islamischer Gelehrter“ an der Al-Azhar in Kairo zu der TARGET 2006 mit dem Ziel, hohe Geistliche für ein Ende der Weiblichen Genitalverstümmelung zu gewinnen, geladen hatte. Schirmherr war der Großmufti von Ägypten, Prof. Dr. Ali Gom’a. TARGET hat die Azhar als Treffpunkt ausgewählt, da sie Moschee und Universität sowie geistiges Zentrum des sunnitischen Islams ist. Höchste muslimische Theologen ächteten in dieser Konferenz die Weibliche Genitalverstümmelung als ein mit ihrer Religion unvereinbares „Verbrechen“. Dies wurde in der „Fatwa von Kairo“ festgeschrieben. Eine Fatwa ist ein verbindliches religiöses Rechtsgutachten. Fatwas der Al-Azhar sind in der muslimischen Welt hochgeachtet und richtungweisend. "Das Goldene Buch" dokumentiert somit ein Stück Islamgeschichte. TARGET hat es in Zusammenarbeit mit Al-Azhar konzipiert. Das Vorwort stammt von Großmufti Prof. Dr. Ali Gom’a.

 

Inhalt

 

TARGET's "Goldenes Buch" ist in der ersten Auflage (10.000) in vier Sprachen (Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch) verfasst. Es enthält die „Fatwa von Kairo“ sowie Auszüge der Reden, die hochkarätige Islamgelehrte und Mediziner während der Al-Azhar-Konferenz gehalten haben. Hinzu kommen Informationen zu den Folgen von Weiblicher Genitalverstümmelung. Farbige Zeichnungen dienen als Anschauungsmaterial für Analphabeten. Fotos dokumentieren die Al-Azhar-Konferenz. In der zweiten Auflage (100.000) wurde das Buch dreisprachig gedruckt: Arabisch, Französisch, Englisch.

 

Zielgruppen

 

"Das Goldene Buch" soll den Vorbetern der Moscheen als Predigtgrundlage dienen. Universitäten, Frauenrechtsgruppen und Koranschulen in den betroffenen Ländern können das Buch ebenfalls erhalten. Käuflich ist es nicht zu erwerben. Gerne können wir Ihnen auf Anfrage einen PDF-Auszug aus dem "Goldenen Buch" zusenden. Bitte kontaktieren Sie uns über unser Kontaktformular und teilen Sie uns mit, wofür Sie den Auszug verwenden möchten. 

 

Gestaltung

 

TARGET wollte "Das Goldene Buch" entsprechend seines Inhaltes sehr kostbar gestalten. Daher wurde es in grünes Kunstleder gebunden und mit einem vierseitigen Umschlag mit Magnetverschluss versehen. Auf dem Buchcover sind die Türme der Azhar in Goldprägung abgebildet. Auch das feine Papier mit den abgerundeten Ecken und Goldschnitt, die dunkelgrüne Druckfarbe und das Lesebändchen vermitteln die hohe Wertigkeit auf den ersten Blick. Sämtliche Verzierungen im Buch sind Elementen der Architektur der Al-Azhar nachempfunden. Die aufwendige Gestaltung soll den Wert des "Goldenen Buches" unterstreichen. Es soll neben dem Koran stehen und bestehen können. TARGET hat "Das Goldene Buch" entworfen und mit Stefanie Silber gestaltet.

 

Auflage/Herstellung

 

2008: 10.000 Exemplare viersprachig
100.000 Exemplare dreisprachig
bei GGP-Media in Pößneck (Thüringen).
Gesamtauflage: voraussichtlich vier Millionen.

Übersetzungen in den Stammessprachen: Amharisch: 35.000, Afaraf: 12.500, Somali: 12.500
 

Finanzierung

 

TARGET finanziert das "Goldene Buch" und die Verteilung bis in jede Moschee. Der Bund hat die erste Auflage (10.000 Exemplare) mit einer Starthilfe von 50.000 Euro gefördert. Jedes Buch trägt zum Schutz der Mädchen einer Moscheen-Gemeinde bei.

 

Auszeichnung

 

2009 wurde "Das Goldene Buch" für anspruchvolles und innovatives Design mit dem weltweit begehrten Designpreis „reddot“ ausgezeichnet.

 

Fortlaufende Ergänzungen

 

TARGET wird den Inhalt des "Goldenen Buches" künftig jeweils auch in die wichtigsten Stammessprachen übersetzen lassen. Diese Zusatztexte werden dem "Goldenen Buch" beigefügt sein. Die Büchlein in den äthiopischen Stammessprachen Amharisch, Afaraf und Somali sind seit 2010 gedruckt. Die Fatwa des Gelehrten Yusuf Al-Qaradawi (Katar) ist ebenfalls ergänzt.
 

TARGET hat zudem gerade eine "Goldene DVD" entwickelt. Auf ihr sind kurze Filme mit den Aussagen höchster Islamgelehrter und Mediziner gegen Weibliche Genitalverstümmelung. Außerdem sind wichtige Momente der TARGET-Konferenzen dokumentiert. Die DVD wird inhaltlich auf die Besonderheiten eines jeden Landes zugeschnitten und ist als Ergänzung zum "Goldenen Buch" gedacht.

 

Dank

 

Wir danken… 

  • Stefanie Silber für die kostenlose Gestaltung (www.silbergestalten.de)
  • Bernd Meissner für die Gestaltung in den Sprachen Arabisch und Amharisch (beide Sprachen haben eigene Buchstaben)
  • Udo Sengstock von der Bertelsmann-Tochter GGP-Media für seine Unterstützung bei der Umsetzung dieses außergewöhnlichen Buches
  • der GGP-Media für den günstigen Herstellungspreis 
  • der Firma ITM worldwide Logistics GmbH, besonders Jan Meyer, für kostenlose Unterstützung bei unseren Exporten nach Afrika.

Ziel: Weltweite Aufklärung

 

TARGETs Goldenes Buch soll in den 35 Ländern, in denen Weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird, exklusiv und gratis an die Vorbeter (Imame) der Moscheen verteilt werden. Das Buch mit der Botschaft, dass Weibliche Genitalverstümmelung von der Religion aus verboten, ja sogar Sünde ist, soll als Predigtgrundlage dienen. TARGET gibt es gemeinsam mit örtlichen Religionsvertretern an die Imame aus. Dieses Vorgehen garantiert eine hohe Akzeptanz. Nicht wir, TARGET, kommen mit der Botschaft zu den Menschen in den „Verstümmelungsländern“, sondern die Botschaft kommt von den eigenen Religionsführern und Religionsvertretern.
 

Strategie: Mit dem Islam als Partner
 

Aufgrund der bisherigen Zusammenarbeit mit dem Islam sind TARGET bereits in vielen Ländern die Türen geöffnet worden. Grundlage der Kampagne ist "Das Goldene Buch" mit der „Fatwa von Kairo“. Diese historische Fatwa ächtet die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen als „Verbrechen“. TARGET möchte die höchsten Geistlichen der betroffenen Länder als Verbündete gewinnen. Wichtig ist, dass sie "Das Goldene Buch" und dessen Botschaft akzeptieren, damit sie es dann in ihren Ländern verbreiten. Die Ulemas (hohe islamische Rechtsgelehrte) der internationalen Kairo-Konferenz stehen hinter dem Buch und der Kampagne und sind bereit, es in ihren Ländern vorzustellen und zu verteilen. Die Teilnehmer der Addis-Konferenz 2009 öffneten weitere Türen für TARGET. Nun beginnt die Umsetzung.
 

Umsetzung: Ein Land nach dem anderen
 

Schritt 1 – Länderkonferenzen:
 

TARGET ruft in jedem Land jeweils in Zusammenarbeit mit den Ulemas eine Konferenz mit den wichtigsten Geistlichen ein. Ihnen wird "Das Goldene Buch" vorgestellt. Dabei wird TARGET grundsätzlich von Imamen und Muftis begleitet, die bereits zum Buch und seiner Idee stehen. So nahmen zum Beispiel an der Addis-Konferenz je ein Imam aus Mauretanien und aus Österreich teil. Deren Unterstützung ist enorm wichtig, da TARGET sich nur als Mittler versteht und nicht als fremder Besserwisser. Die Entscheidung zum Ende der Genitalverstümmelung von Mädchen und deren Schutz durch die Religion muss immer und ausschließlich von den islamischen Gästen getroffen werden. TARGET sieht darin die größte Chance, die Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit des Projektes "Goldenes Buch" zu garantieren. Während der Konferenzen werden Filmbeiträge wichtiger Unterstützer der Kampagne gezeigt.


Zurzeit sind das Aussagen von Prof. Dr. Ali Gom’a (Großmufti von Ägypten), Prof. Dr. Muhammad Sayyid Tantawi (Großsheikh der Azhar) und Prof. Dr. Yusuf al-Qaradawi (Sheikh aus Katar). Ihre Autorität hat größten Einfluss auf die Meinungsbildung der religiösen Entscheidungsträger. TARGET durfte bisher immer ein uneingeschränktes „Ja“ zum "Goldenen Buch" entgegennehmen. Die Anzahl der benötigten Exemplare wird festgelegt.
 

Schritt 2: Transport/Erweiterungen
 

Jetzt kann der Transport/Export der Bücher in das entsprechende Land beginnen. Bei Bedarf wird "Das Goldene Buch" in die jeweiligen Landes- bzw. Stammessprachen übersetzt (zurzeit in Amharisch/Somali und Afaraf). Es wird geprüft, ob der Druck im jeweiligen Land erfolgen kann. Eine DVD mit den Redebeiträgen der Unterstützer der Kampagne (siehe oben) sowie mit Auszügen von der Auftaktkonferenz des jeweiligen Landes soll die Wirkung des "Goldenen Buches" erhöhen. Damit sich die Menschen in den afrikanischen Dörfern die Filme auch ansehen können, wird TARGET bei Bedarf die nötigen DVD-Geräte bereitstellen.
 

Schritt 3: Verteilung
 

Die Verteilung der Bücher und die Verkündung des Inhalts erfolgt immer in enger Zusammenarbeit mit den Islamgelehrten des jeweiligen Landes. In jedem Land sind andere Gegebenheiten zu erwarten. Rüdiger und Annette Nehberg, die bei den Auftaktkonferenzen für TARGET vor Ort sind, müssen daher flexibel sein, bleiben Lernende und sind immer auch Pioniere. 

Die Verteilung läuft in jedem Land unterschiedlich. Der eine Weg ist die Ausgabe der "Goldenen Bücher" an die Imame der Moscheen durch einen TARGET-Mitarbeiter in Begleitung eines örtlichen Geistlichen (wie zurzeit in Äthiopien). In Orten mit mehreren Moscheen kann es erforderlich werden, wieder eine kleine Versammlung einzuberufen, bei denen die Imame die Bücher dann gleich mitnehmen können. Ein anderer Weg hat sich in Mauretanien ergeben. Dort haben Mitarbeiter des Familienministeriums die Verteilung übernommen. Geistliche begleiten sie meist dabei. Die Verteilung in den Ländern ist sehr mühsam, zeit- und kostenintensiv. Jedoch sehen wir in dieser Vorgehensweise die größte Sicherheit, dass die Botschaft des "Goldenen Buches" verstanden und verkündet wird – flächendeckend in jedem Land.
 

Schritt 4: Überprüfung der Kampagne und Nachhaltigkeit
 

TARGET bleibt im engen Austausch mit den Islamgelehrten vor Ort und bekommt von diesen Arbeitsberichte. Nachdem die "Goldenen Bücher" Zugang in die Moscheen gefunden haben, will TARGET den Erfolg der Kampagne überprüfen. TARGET plant, die Mädchen der Moscheen-Gemeinden, in denen "Das Goldene Buch" ausgehändigt wurde, nach etwa drei Jahren ärztlich untersuchen zu lassen.

TARGET möchte "Das Goldene Buch" an die Vorbeter der Moscheen in allen 35 Ländern in Afrika und Asien verteilen lassen, in denen der grausame Brauch der Weiblichen Genitalverstümmelung noch üblich ist. Die Aufklärungskampagne läuft in folgenden Staaten* bereits oder ist vorbereitet…

 

 

* In alphabethischer Reihenfolge

Verbündete


Statements von Verbündeten zum "Goldenen Buch" und gegen Weibliche Genitalverstümmelung:
 

Prof. Dr. Ali Goma  


Prof. Dr. Ali Gom’a, Großmufti Ägypten, Schirmherr von TARGETs Azhar-Konferenz:

"Ich bin der festen Überzeugung, dass das vorliegende ... Büchlein unter den Muslimen ... auf Akzeptanz stößt und dem Konferenzbeschluss Folge geleistet wird."


"...die Verstümmelung des weiblichen Körpers durch Beschneidung (stammt) nicht aus dem Islam, da sie ja dem weiblichen Körper Schaden zufügt... Sie ist deshalb vom Islam her rechtsverbindlich verboten, zumal der Gesandte Allahs, Muhammad, ... gesagt hat: ’Schaden erleiden und Schaden zufügen gibt es im Islam nicht."
 

     
Prof. Der. Muhammad Sayyid Tantawi  

Prof. Dr. Muhammad Sayyid Tantawi, Großsheikh der Azhar-Universität, Ägypten:
 

„Es gibt in keinem der religiösen Bücher einen Auftrag, Frauen an ihren Genitalien zu beschneiden.

     
zakzouk  

Prof. Dr. Mahmoud Hamdi Zakzouk, Minister für Religiöse Stiftungen, Ägypten:
 

„Es gibt keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass die Beschneidung der Frau Vorteile verschafft. Sie bringt nur Nachteile und Schaden.“

„Derjenige wird verflucht, der die Konstruktion Allahs (Anmerk.: die Frau) zerstört.“

     
daraus  

Sheikh Muhammad Darassa, Oberster Rat für Islamische Angelegenheiten Äthiopien:
 

“Wir haben den Brauch einstimmig geächtet, verboten und in unserer Scharia festgeschrieben."

 

     
lukman  

Prof. Dr. Yusuf Lukman, Chefgynäkologe der Universitätsklinik Addis Abeba, Äthiopien:
 

“Die Beschneidung von Mädchen ist...ein extrem krimineller Akt, über den viel zu wenig gesprochen wird. Deshalb begrüße ich den Mut und die Entschlossenheit der Verantwortlichen des Islams, mit dieser Konferenz (Anmerk.: Azhar 2006) das Tabu des Schweigens zu brechen.“

     
Prof. Dr. Yusuf al-Quaradawi  

Prof. Dr. Yusuf al-Qaradawi, Großsheikh, Katar:

„Nachdem mich glaubwürdige Mediziner vom Schaden der Beschneidung informiert haben, muss ich den Brauch zu Teufelswerk erklären.“

     
Tarafa  


Imam Tarafa Baghajati, Imam und Seelsorger, Berater von TARGET, Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnnen, Österreich:
 

„Ich spüre, dass ich es noch erleben werde, dass Weibliche Genitalverstümmelung abgeschafft wird. Das habe ich früher nicht einmal zu träumen gewagt. Aber nach zahlreichen Gesprächen mit hohen islamischen Autoritäten ist mir das deutlich geworden. Und daran haben TARGETs Mitwirkung und die Aufklärungskampagne Goldenes Buch einen sehr gewichtigen Anteil. Das Buch wird in die Geschichte eingehen, als einer der Hauptschritte zur Abschaffung von Weiblicher Genitalverstümmelung.“
 

     
Frankenfeld  

Thomas Frankenfeld, Islamexperte beim Hamburger Abendblatt:
 

“DAS GOLDENE BUCH – ein Hamburger schreibt Islamgeschichte.

     
   


Hamden Ould Tah, Großsheikh, Mauretanien:
 

„Das Goldene Buch ist des Islams würdig. Es hat einen Ehrenplatz neben meinem Koran.“
 

     
   


Imam Muhammad El-Bechir, Gelehrter und Vorbeter, Mauretanien:
 

„Frauenbeschneidung ist im Islam durch nichts zu rechtfertigen. Sie schadet den Frauen und der Gesellschaft. Sie ist ein Verbrechen.“
 

     
   


Dr. Hissein Hassan Abakar, Großsheikh, Tschad:
 

„Ich habe das nicht gewusst. TARGET hat in mir ab jetzt einen zweihundertprozentigen Mitstreiter.“
 

     
   


Prof. Dr. Muhammad Shama, Dozent Azhar-Universität, Berater des Ministers für Religiöse Angelegenheiten, Ägypten:
 

„Unsere Religion verlangt, dass wir die Frau würdigen, und unsere Tradition fordert uns auf, dass wir sie schützen und verteidigen.“